Cloud-Szenarien nehmen zu

Frank Jakobi im Interview zur Lünendonk-Studie „Der Markt für IT-Beratung und IT Service in Deutschland. Frank Jakobi verantwortet in der Geschäftsleitung der SYCOR GmbH das weltweite Microsoft Dynamics-Business.

Cloud

Mittelständische IT-Beratungen sind laut Lünendonk-Studie 2016 stärker gewachsen als die großen Beratungs- und IT-Dienstleistungskonzerne.
Was war das Erfolgsrezept von Sycor 2016?

Frank Jakobi: Ich denke, unser Erfolgsrezept ist Kontinuität. Wir setzen seit Jahren auf eine ausgeprägte Kundenorientierung und langfristige Kundenbeziehungen. Tiefes Prozesswissen in den von uns bedienten Branchen und der systematische Ausbau unserer Positionals Digitalisierungsdienstleister kommen hinzu. Neben dem Microsoft Dynamics-Portfolio beherrschen wir den vollständigen Microsoft Stack und liefern unseren Kunden integrierte Lösungen, die genau zu deren Anforderungen passen. Wir agieren dabei als mittelständisches Unternehmen mit unseren Kunden auf Augenhöhe – und das schätzen sie sehr.

Dazu kommt, dass Sie trotz eines sehr angespannten Arbeitsmarktes über 100 neue Mitarbeiter einstellen konnten. Was sind aus Ihrer Sicht die Herausforderungen im Personalmarketing in Zeiten der Digitalisierung?

Frank Jakobi: Das stimmt, wir konnten viele tolle, sehr gut qualifizierte neue Kollegen für uns gewinnen. Dafür sehe ich mehrere Gründe. Unsere Sichtbarkeit im Markt ist gestiegen, und da wir außerdem viele interessante Projekte gewinnen, macht uns das als Arbeitgeber attraktiver. Es kommt hinzu, dass wir nicht nur von Kunden und Partnern seit Jahren als verlässlich wahrgenommen werden, sondern auch von unseren Mitarbeitern. Mitarbeiterorientierung ist uns genauso wichtig wie Kundenorientierung. Wir arbeiten täglich daran, dass wir gemeinsam Sinnvolles schaffen, Spaß an der Arbeit haben und jeder dabei ganz er selbst sein kann. Es gelingt uns scheinbar gut, diese Werte im Alltag glaubwürdig zu leben und das auch zu kommunizieren – unabhängig von den Auswirkungen der Digitalisierung auf das Personalmarketing. So können wir kontinuierlich wachsen.

Wie ist Ihr Blick auf den Stand der digitalen Transformation bei ihren Kunden?
Welche Technologien sind aus Ihrer Sicht die wichtigsten?

Frank Jakobi: Eine pauschale Antwort ist schwer möglich. Unsere Kunden befinden sich in ganz unterschiedlichen Stadien der digitalen Transformation. Das Thema ist bei nahezu allen in der Mittel- bis Langfristplanung. Einige setzen mit uns bereits Projekte um. Wir sind überzeugt, dass digitale Transformation durchgehend integrierte Prozesse und vor allem eine einheitliche Datenbasis über die ganze Wertschöpfungskette braucht. Über viele Jahre gewachsene heterogene Legacy-IT-Landschaften müssen abgelöst werden. Die Einführung eines unternehmensweiten ERP-Systems ist deshalb oft der erste Schritt. Da sehe ich Microsoft Dynamics 365 for Finance and Operations weit vorne, da die Lösung auf den Microsoft Common Data Service zurückgreift, der einheitlichen Datengrundlage aller Microsoft-Dienste. Mit Microsoft Dynamics als Grundlage und den vielen, leicht integrierbaren innovativen Lösungen bietet das Microsoft Portfolio alles, was wir brauchen, um einen Kunden bei der digitalen Transformation zu begleiten.

Womit sollten sich Unternehmen noch beschäftigen?

Frank Jakobi: Wichtig ist der Bereich Data Analytics, denn digitale Transformation ist immer auch ein Thema der Datenauswertung. Beschäftigen müssen sich Unternehmen unter anderem noch mit der Verarbeitung von Echtzeitdaten, Collaboration-Technologien und Mobility sowie nicht zuletzt neuen Geschäftsmodellen. Ein gutes Beispiel ist ein Product-as-a-Service-(PAAS)Geschäftsmodell bei fertigenden Unternehmen. Fertiger kombinieren physische Produkte oder Anlagen mit den notwendigen Services und flexiblen Abrechnungsmodellen.

Wie sehen Sie die Entwicklung im Bereich der Cloud?

Frank Jakobi: Unsere Kunden sind Cloud-Lösungen gegenüber zunehmend aufgeschlossen. Wir haben da bereits einige Projekte realisiert, sogar schon einen Kunden zu 100 Prozent in die Cloud gebracht. Viele ergänzen allerdings ihre IT lediglich um Cloud-Lösungen, machen sie so zu einer hybriden Landschaft. Das muss man als IT-Dienstleister begleiten können. Wir dürfen nicht vergessen, dass viele Kunden immer noch vorzugsweise On-Premise-Lösungen möchten, wenn es um ERP oder andere Systeme geht. Bei Microsoft Dynamics 365 for Finance and Operations haben sie die Wahl: Es gibt eine Cloud- und eine On-premise-Variante, die auch in hybriden Szenarien genutzt werden können. Mittel- bis langfristig werden wir für Kunden aber deutlich mehr Cloud-Szenarien umsetzen, da bin ich sicher.

Welche Skills und Themen werden für einen IT-Dienstleister wichtiger?

Frank Jakobi: IT-Dienstleister stehen da vor einigen Herausforderungen. Zunächst müssen sie On-premise-, Cloud- und Hybridszenarien beraten, umsetzen und betreiben können. Das ist eine große Hürde, die wir erfreulicherweise schon genommen haben. Die Entwicklung zeigt zudem, dass es in Zukunft keine reinen ERP- oder CRM-Implementierungspartner mehr geben wird. Vielmehr geht es darum, auf Basis des Common Data Services mit den passenden Bausteinen aus dem Microsoft Dynamics 365-Portfolio und dem gesamten Stack individuelle, durchgehende Lösungen für die Prozesse eines Kunden zu bauen. Darauf werden Kunden zunehmend Wert legen. Dazu braucht man als Dienstleister Solution Architects und Projektleiter, die den gesamten Microsoft Stack in Blick haben. Da wir im Umfeld der Digitalisierung einen Trend zu immer mehr agilen IT-Projekten sehen, müssen zusätzlich eben auch die entsprechenden Methoden in das Unternehmen getragen werden. Wer wettbewerbsfähig sein und bleiben will, muss zudem gewährleisten, dass die eigene Organisation das hohe Innovationstempo des Partners Microsoft mitgehen und neue Technologien schnell adaptieren kann. Nur so kann man für seine Kunden der Partner sein, der die passenden Technologien empfiehlt und in die IT-Landschaft integriert. Aus Unternehmenssicht ist das ein nicht unerhebliches Investment auf allen Ebenen.

Was muss ein IT-Dienstleister wie Sycor darüber hinaus tun, um Kunden bei der digitalen Transformation begleiten zu können?

Frank Jakobi: Erfolgreich wird sein, wer seine eigenen Prozesse, zum Beispiel in der Delivery, an die neuen Anforderungen anpasst. Außerdem gilt es, eventuell vorhandenes Bereichsdenken zu durchbrechen und neue Formen der Zusammenarbeit innerhalb des Unternehmens und natürlich auch mit den Kunden zu finden.

Vielen Dank für das Gespräch, Herr Jakobi.

Thomas Redzewsky

Sycor Ansprechpartner

Thomas Redzewsky

Mitglied der Geschäftsleitung
Bereich Microsoft Dynamics

Fon +49 2571 992 3410

SYCOR GmbH

Heinrich-v.-Stephan-Str. 1-5

37073 Göttingen

Fon +49 551 490 0

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